Dynamic ankle foot ortheses

Dynamische Fußorthesen nach Nancy Hilton, ist ein neues Konzept, das sich zur Orthesenversorgung bei der ICP aus den inhibitorischen (hemmenden) Gipsen entwickelt hat. Sie werden aus dünnen flexiblen Polypropylen hergestellt und je nach Bedarf knöchelübergeifend, mit oder ohne Plantarflexions- oder Dorsalextensionsanschlag versehen. Dynamische Orthesen sind immer therapeutische und nicht rein orthopädische Hilfsmittel. Sie bedürfen daher aktiver und kontinuierlicher Therapie, um maximalen Nutzen zu erzielen.

Indikationen:

  • Pedale CPs wie Diplegien, Hemiplegien, Tetraplegien mit wenig Stabilität und einem starken Hypertonus, der zu Gleichgewichtsproblemen, Bewegungseinschränkungen und zur Qualitätsverschlechterung des Stehens führt.
  • Kontrolle dynamischer Varus- und Valgusdeformitäten von wenig bis starkem Hypertonus.
  • Apedale CPs wie Diplegien, Tetraplegien
  • Um den Hypertonus zu vermindern und dadurch alle funktionellen Bewegungen und Aktivitäten einschließlich des unterstützten Sitzens und Stehens zu verbessern.
  • Kinder mit mäßiger bis starker Hypotonie und deutlicher Vorfuß- und Sprunggelenkinstabilität
  • Kinder ohne CP: Spina Bifida, Arthrogryposis, Muskeldystrophie, mit dem Ziel, im Falle eines Muskelungleichgewichts Mittelstellungen und Stabilität zu schaffen.

Ziel:

Stabilität der Mittelstellung im Vorfuß, Hemmung des Hypertonus im Sprunggelenk, Erhöhung der Sprunggelenksbeweglichkeit.

Funktionsprinzip:

Die dynamischen Wölbungssysteme des Fußes werden von zahlreichen Strukturen geformt und erhalten. Die knöchernen medialen und lateralen Längsgewölbe, Sehnen und Bänder, andere Weichteile und Muskelfaszien geben Unterstützung und Kontrolle bei der Funktion der Wölbungssysteme. Dynamische Wölbungen erhöhen sich, wenn das posturale System für seine Balance und Aktivität mehr Stabilität braucht. Sie sind ein notwendiger Bestandteil aller mediallateralen, diagonalen und anterior-posterioren Balancereaktionen des Fußes und benötigen, um leistungsfähig zu sein, eine gute Funktion aller knöchernen und Weichteilkomponenten.

  • Mediales und laterales Längsgewölbe
  • Kontrolle der Stellung des Rückfußes durch eine Art dynamischer Steigbügel
  • Querwölbung im Metartarsalbereich
  • Von entscheidender Bedeutung für die Stabilität im Mittel- und Vorderfuß, sowie für eine einwandfreie Funktion der Zehen bei der Balance.
  • Grundsätzlich gibt es zwei weitere Wölbungsbereiche
  • Unter und zwischen den Zehen, welche den Raum unmittelbar hinter den Metatarsalen (= Mittelfußknochen) heben und aufrechterhalten. Sie ermöglichen den distalen Zehenballen stabilen und funktionsgerechten Bodenkontakt.
  • Die Aktivität in diesen Wölbungsbereichen steht in direktem Zusammenhang zu posturalen Kontrollen anderer Körperteile.
  • Wenn diese dynamischen Wölbungssysteme vorübergehend außer Funktion geraten, selbst bei gesunden Erwachsenen, so führt das zu einer dramatischen Verminderung von Stabilität und Kontrolle im Schulter-Rumpf-Hüftbereich.
  • Viele Menschen mit neurologischen Defiziten haben große Mängel in der Verarbeitung innerhalb des sensorischen Systems. Oft gibt die Propriozeption nur unklare Information, wenn eigentlich eine genaue innere Landkarte des Körpers verfügbar sein sollte, um Haltung und Bewegung zu planen, zu organisieren und zu überwachen. Spastik kann diese Schwäche verbergen. Spastik kann sich auch entwickeln, um beim Vorliegen von propriozeptiven Mängeln ein gewisses Ausmaß an Stabilität und Information zu ermöglichen. Werden dynamische Orthesen eingesetzt, offenbaren sich häufig solche Mängel und die betroffene Person hat keine Vorstellung davon wie sie sich bewegen und was sie mit ihrem Körper tun kann.
  • Die Versorgung mit dynamischen Orthesen ist als Therapie zu verstehen und nicht als rein technische Versorgung. Daher besteht ein Großteil der Versorgung darin, die sensorische Information, die mit stabiler Balance, Haltungskontrolle und Übergangsbewegungen verbunden ist, zu organisieren.
  • Dynamische Orthesen sorgen für eine merkliche Zunahme an aktiver Tonuskontrolle, oberer und unterer Sprunggelenks- und Vorfußstabilisation und unterstützen die Entwicklung aktiver Balancemechanismen. 3-4 Millimeter tiefe Bereiche für die Zehengrundgelenke und die ferse sorgen für die Stabilität dieser entscheidenden Vor- und Rückfußgebiete. Eine aktive Unterstützung des Längs-, Quer- und Peronealgewölbesystems, sowie unter den Zehen, führt sowohl zu einer Hemmung des Tonus, als auch zu einer Stabilität des Fußes in biomechanischer Nullstellung und führt zu einer maximalen Alktiverieung der normalen Haltungskontrolle.

Vorteile:

  • Medial-laterale Sprunggelenksstabilität mit Freilassen der Dorsalextension und Plantarflexion.
  • Nach Eingewöhnungsschwierigkeiten deutlich verbessertes Balancevermögen im Sitzen, Stehen sowie Gehen.
  • Kann man in normalen Schuhen tragen, da sie sehr dünn und flexibel sind.
  • Starke plantarflektorische Spastizität wird gehemmt, während die funktionelle Bewegung in der Dorsalextension beibehalten wird.
  • Dynamisches anstatt statischem Gehen ist möglich.

Glossar-Übersicht

       Innovativ durch Forschung 2016/2017

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